Ja, das ist möglich. Wenn Sie aus einer Ansatzmischung für Kräuterlikör einen Kräuterschnaps oder einen Kräuterbitter herstellen möchten, wird kein Zuckersirup hinzugefügt. So entsteht ein ungesüßter Kräuteransatz mit einem klareren und trockeneren Geschmacksprofil.
Wichtig ist dabei, die im Rezept angegebene Alkoholstärke zu beachten. Einige Mischungen werden mit einem stärkeren Basisalkohol angesetzt. Zum Beispiel wird Becherov mit 69,9–70 % vol. angesetzt. Bei solchen Rezepten dient der Zuckersirup nicht nur der Süße, sondern auch der Verdünnung des fertigen Getränks.
Wenn Sie keinen Zuckersirup hinzufügen möchten, sollten Sie trotzdem die im Rezept für den Sirup vorgesehene Wassermenge zugeben. So wird der Alkoholgehalt des fertigen Getränks auf eine angenehmere Trinkstärke reduziert. Ohne diese Verdünnung kann das Getränk deutlich zu stark bleiben.
Bei Kräuterschnaps oder Kräuterbitter kann nach dem Filtern eine sehr kleine Menge Zucker sinnvoll sein. Dabei geht es nicht darum, das Getränk süß zu machen, sondern den Geschmack etwas weicher, runder und angenehmer trinkbar zu gestalten. Oft reicht bereits eine kleine Menge, zum Beispiel etwa ein Teelöffel Zucker.
Wenn Sie Becherov, Jägermeisterin, Schamanischer, Erofej oder ähnliche Kräuteransätze vor allem als Zugabe verwenden möchten, zum Beispiel für Tee, können Sie die Menge des Basisalkohols auf das notwendige Minimum reduzieren. Wichtig ist, dass die Mischung während der gesamten Ziehzeit vollständig und locker mit Alkohol bedeckt bleibt, damit die Mazeration gleichmäßig stattfinden kann.
Nach dem Filtern können Sie das Getränk je nach gewünschter Verwendung mit Wasser, weiterem Basisalkohol oder einer kleinen Menge Zucker anpassen. Danach sollte das Getränk noch einige Tage ruhen, damit sich Basisalkohol, Wasser und Aromen harmonisch verbinden können.